Nur mit Schutzkonzept

Präsenzgottesdienste ab 10. Mai: Kirchenkreis erläutert Bedingungen

VON BETTINA GÖRLITZER
Lüdenscheid – So sehr sich viele Gläubige wünschen, dass sie wieder Gottesdienste in ihren Kirchen feiern können – für die Gemeinden
ist das erst einmal eine große organisatorische Herausforderung und ohne Einschränkungen wird es nicht gehen.
Der evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg hat in dieser Woche eine umfangreiche Liste mit Vorgaben veröffentlicht, unter
denen es den Kirchengemeinden möglich ist, ab dem 10. Mai wieder Präsenzgottesdienste durchzuführen.
Das Pastoralteam der katholischen Pfarrei St. Medardus trifft sich wieder am 4. Mai um zu besprechen, wie Gottesdienste unter den Vor-
gaben in den katholischen Kirchen der Stadt gefeiert werden können.

„Es ist in den letzten Wochen klar geworden, wie sehr viele Menschen Gottesdienste dringend benötigen und wünschen. Wenn wir hier
bald wieder für die Menschen da sein können, ist das natürlich gut und wichtig“, sagt der evangelische Superintendent Klaus Majoress.
Allerdings müsse der Schutz des Lebens an erster Stelle stehen. Dafür habe gerade die Kirche eine hohe gesellschaftliche und soziale Verantwortung.
Deshalb habe der Kirchenkreis ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet, das jede einzelne Gemeinde nun für ihre Kirche individuell
anpassen muss. Das Ergebnis muss dann mit dem Superintendenten und den Ordnungsämtern abgestimmt werden. Erst nach einer Frei-
gabe können Gottesdienste durchgeführt werden – das gilt auch für Freiluftgottesdienste und Amtshandlungen wie Trauungen, Taufen
oder Beerdigungen.
Folgende Bedingungen sind im Detail für die Durchführung von Präsenzgottesdiensten zu beachten:

Teilnehmer
Die Zahl der Plätze pro Gottesdienst ist abhängig von der jeweiligen Raumgröße. In einigen Gemeinden könnte sich dadurch ergeben, dass Gottesdienste nur mit vorheriger Anmeldung besucht werden können. Alle Teilnehmer müssen sich in Listen eintragen, um gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgen zu können. Erkrankten und gefährdeten Menschen wird empfohlen, bis auf Weiteres keine Gottesdienste
zu besuchen und auf mediale Angebote oder Hausandachten zurückzugreifen.

Abstandsregeln
Vor der Kirchentür und im Kirchenraum muss ein Sitzund Stehabstand von 1,5 bis 2 Metern pro Person eingehalten werden. Das gilt nicht
für Personen, die in einer Hausgemeinschaft leben. Um diese Vorgaben einzuhalten, wird das Betreten der Kirchen mit Einbahnregelungen organisiert. Sitzplätze in den Bänken werden markiert beziehungsweise Stühle entsprechend aufgestellt. Auch dabei werden bestimmte
Plätze für Menschen aus einer Hausgemeinschaft vorgehalten. Emporen dürfen nicht genutzt werden

Hygiene
Für den Gottesdienstbesuch ist das Tragen von Mund-Nase-Masken erforderlich. Für diejenigen, die keine Maske dabei haben, muss die Kirchengemeinde Masken zur Verfügung stellen. Das gilt auch für Desinfektionsmittel, denn alle Mitwirkenden und Besucher müssen sich
im Eingangsbereich die Hände desinfizieren. Die Waschbecken in den Toiletten müssen zum Händewaschen zugänglich sein. Zudem müs-
sen Türgriffe, Handläufe, Bänke, Stühle sowie Toiletten vor und nach dem Gottesdienst desinfiziert werden.

Im Gottesdienst
In den Gottesdiensten wird auf alle liturgischen Handlungen verzichtet, die Berührungen voraussetzen. Die Feier des Abendmahls wird
wegen des Infektionsrisikos ausgesetzt. Wenn es in Ausnahmefällen doch gefeiert wird, dann ohne Kelchkommunion beziehungsweise nur
mit Einzelkelchen.
Auch gemeinsames Singen findet nicht statt. Deshalb musizieren auch keine Orchester oder Chöre. Möglich sind höchstens solistische Lied-
vorträge bei Einhaltung der Abstandsregeln. Liedtexte zur Orgelmusik können zum Mitlesen eingeblendet oder auf Einwegzetteln ausgelegt werden. Gesangbücher dürfen nicht ausgegeben werden.
Kollekten werden nur am Ausgang gesammelt und anschließend mit Einmal-Handschuhen gezählt.
Ausdrücklich betont wird auch, dass alle Gottesdienstbesucher über die Regelungen informiert werden müssen – über die Zeitung, Schau-
kästen oder die Homepage der Gemeinde zum Beispiel, aber auch, sowohl mündlich als auch schriftlich, noch einmal bei der Begrüßung an
der Kirchentür.
Mit Genehmigung der Lüdenscheider Nachrichten