Hochzeiten und Todesfälle

Nur im kleinen Kreis gestattet / Kirchliche Trauungen abgesagt / Keine Kontrolle von Privatfeiern

Die Kapelle des evangelischen Friedhofs an der Dammstraße darf bis auf Weiteres nicht genutzt werden. FOTO: GÖRLITZER

Lüdenscheid – Das Coronavirus wirkt sich mittlerweile stark auf den Alltag aus und auch familiäre Anlässe sind davon betroffen. Während kirchliche und auch andere große Hochzeitsfeiern abgesagt beziehungsweise verschoben werden müssen, können standesamtliche Trauungen und Beerdigungen unter strengen Voraussetzungen in Lüdenscheid noch stattfinden. „Das betrifft zum Glück noch nicht so viele Hochzeiten aktuell. Im Mai und Juni findet jedes Wochenende eine Trauung statt. Was dann ist, ist aber noch offen“, sagt Pfarrer Rose von der Pfarrei St. Medardus. Das Standesamt hat nach wie vor geöffnet und Trauungen im Rathaus sind noch möglich. Allerdings mit maximal 10 Personen, sagt Stadtsprecherin Marit Schulte. Mit mehr Personen könne der nötige Abstand zwischen den einzelnen Plätzen nicht gewährt werden und auch der Abstand ist Vorschrift. Ganz ähnlich ist es bei Beerdigungen. Auch diese dürfen noch stattfinden, aber auch nur im kleinen Kreis. Allerdings dürfen dafür seit gestern Morgen auch die Friedhofskapellen nicht mehr genutzt werden. Dies teilte STL-Werksleiter Heino Lange gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Dzewas mit. Das betreffe die Kapelle des kommunalen Waldfriedhofs Loh genauso wie die Kapellen am evangelischen Friedhof an der Dammstraße und am katholischen Friedhof an der Rahmedestraße
Wie eine Beerdigung unter diese Bedingungen durchgeführt wird, müssten die Bestatter, die ebenfalls informiert sind, mit den Angehörigen abstimmen. Denkbar seien vielleicht Verabschiedungen im engsten Kreis direkt am Grab. Eine große Trauerfeier, für alle, die sich von einem Verstorbenen verabschieden und an diesen erinnern möchten, müsse dann gegebenenfalls nachgeholt werden, meinte Dzewas. Auf die Bestattungsunternehmen habe diese Anordnung kaum direkte Auswirkungen, sagt Thorsten Schmidt, Inhaber des Beerdigungsinstituts Erwin Schmidt OHG. Die Anzahl der Gäste spiele für das Unternehmen selbst keine Rolle. Aber für die Familie, Verwandte, Bekannte und Freunde hingegen eine sehr große. Er weiß bereits, dass die Beerdigung einer Person, die in einer Gemeinde sehr aktiv war, nun im engen Kreis stattfinde und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es wieder erlaubt ist, soll eine größere Abschiedsfeier zum Gedenken in der Kirche stattfinden. Aber nicht jeder würde zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine Gedenkfeier veranstalten. Viele Angehörige weisen in den Traueranzeigen darauf hin, dass die Beisetzungen wegen des Virus nur im Familienkreis stattfinden kann. So heißt es zum Beispiel am Ende der Anzeige: „Aufgrund aktueller Übertragungsrisiken hoffen wir auf Verständnis, wenn wir bitten, von Beileidbekundungen Abstand zu nehmen“ oder „Aufgrund der aktuellen Corona-Situation muss die Trauerfeier und Beisetzung im engsten Familienkreis stattfinden.“ „Beerdigen müssen wir.
Das können wir nicht auf Eis legen“, sagt Thorsten Schmidt und meint damit vor allem die Sargbestattungen. Dem stimmt auch Manuela Pipke vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen zu. Bei einer Urnenbestattung sei noch einmal eine Fristverlängerung möglich – diese finde in der Regel auch erst sechs Wochen nach dem Tod statt – bei einer Sargbeerdigung sei das nicht möglich.
Auf Anfrage teilte die Stadt Lüdenscheid mit, dass sie Festivitäten in Gaststätten ab sofort unterbinden wird.
Kontrollen von Feiern in Privathäusern werde es aber nicht geben. Mit diesem Vorstoß hatte die Stadt Werdohl für Aufsehen gesorgt. Sie rief unter anderem Nachbarn auf, die Polizei zu informieren, wenn ungewöhnlich viele Autos vor einem Haus parken. vee/gör/jiz

Mit freundlicher Genehmigung der Lüdenscheider Nachrichten