Einsatz für verfolgte Christen

Aktueller Bericht von „Open Doors“ beim Allianz-Gebetsabend

Das Interesse an dem Info- material über verfolgte Christen, das es am Bücher- tisch gab, war groß. FOTO: WEILAND

VON INGRID WEILAND
Lüdenscheid – „Wo gehöre ich hin? ...in die erschütterte Welt“ – unter dieser Überschrift stand der Gebetsabend im Gemeindehaus Eduardstraße, bei dem es um verfolgte Christen ging.
In den vergangenen Jahren hatte Alex Lindt, Öffentlichkeitsreferent der Hilfsorganisation „Open Doors“ die aktuelle Arbeit des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks vorgestellt, das sich schon seit 65 Jahren in mehr als 50 Ländern für verfolgte Christen einsetzt.
Am Donnerstag wurde er jedoch durch Christine Bauer vertreten. Da das Interesse an dem Thema „Christenver-
folgung“ nach wie vor groß ist, konnte Hans-Günter Schlanzke von der Christlichen Gemeinde in der Eduardstraße wieder zahlreiche Besucher aus den verschiedenen Lüdenscheider Gemeinden begrüßen.
In dem bis hin zur Empore besetzten Gemeindehaus stellte Bauer den neuen Weltverfolgungsindex vor, laut dem Nordkorea – seit 2002 – die Liste der 50 Staaten anführt, in denen Christen psychische und physische Gewalt erlei-
den, um ihres Glaubens willen ausgegrenzt, bestraft, inhaftiert, gefoltert und ermordet werden.
Mit ihrem Vortrag richtete die Referentin die besondere Aufmerksamkeit ihres Publikums auf Syrien, das auf dem Weltverfolgungsindex an 11. Stelle steht. In den Jahren des Krieges zwischen der Regierung und Rebellengruppen wurden 500000 Syrer getötet, fünf Millionen sind in andere Länder geflohen, und die Zahl der Christen ist von 2,2 Millionen auf rund 800000 zurückgegangen.
„Open Doors“ sieht seinen Auftrag darin, Christen in ihrer Bedrängnis zur Seite zu stehen – durch ein groß angelegtes Nothilfe-Programm, durch das sie mit dem Nötigsten versorgt werden. Zehntausende Christen können sich nämlich nicht mehr selber versorgen. Hilfsgüter wie Lebensmittel, Kleidung und Medikamente werden über örtliche Gemeinden ausgegeben. Immer mehr Gemeinden werden zu Hoffnungszentren ausgebaut, in denen Christen und auch Muslime praktische und geistliche Hilfe erhalten. In Zusammenarbeit mit „Open Doors“ sichern sie das Überleben von Menschen. Die Hilfsorganisation leistet Hilfe zur Selbsthilfe: Sie hilft Notleidenden mit Kleinkrediten, dass sie sich eine Existenz (Möbelrepara-
turwerkstatt, Lebensmittelladen usw.) aufbauen können.
Nach dem bewegenden Vortrag nahm mancher Besucher sich Infomaterial über die Arbeit von „Open Doors“ vom Büchertisch mit nach Hause.
Für die Arbeit, die darin besteht, verfolgte christliche Gemeinden zu unterstützen, Hilfe vor Ort zu leisten und die „freie Welt“ über die Christen-
verfolgung zu informieren, war auch die Kollekte des Abends bestimmt.
In Lüdenscheid kommt man an jedem 3. Mittwoch eines Monats ab 19 Uhr im Gemeindehaus der Gemeinde Gottes (Beethovenstraße 2) zum Gebet für verfolgte Christen zusammen, an dem alle Interessierten teilnehmen können.