Beten für das Miteinander

„Suchet der Stadt Bestes“: Überkonfessioneller Blick auf Herausforderungen

Der überkonfessionelle Gebetsabend im Rahmen der Allianzgebetswoche lockte einmal mehr zahlreiche Christen aus ganz unterschiedlichen Gemeinden in das Rathaus. FOTO: GÖRLITZER

Der letzte Gebetsabend mit Dieter Dzewas als Bürger- meister. Arnd Lüling, Irmtraut Huneke und Monika Deitenbeck-Goseberg bedankten sich

 

VON BETTINA GÖRLITZER
Lüdenscheid – Der Bibelvers „Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29) stand in diesem Jahr über dem überkonfessionellen Gebetsabend im Jürgen-Dietrich-Forum des Rathauses.
Gestern hatten sich im Rahmen der Allianzgebetswoche rund 200 Christen verschiedener Konfes-
sionen versammelt, um gemeinsam ihre Unterstützung für die Stadt Lüdenscheid und das Mitein-
ander in der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Denn genau darum ging es diesmal noch viel
deutlicher als in vorangegangenen Jahren.
Schon Superintendent Klaus Majoress ging in seiner Einführung darauf ein, dass es nur „im Mitein-
ander der Religionen, der Kulturen und der Vielfalt“ möglich sei, das Beste für die Stadt und ihre
Bürger zu erreichen.
Als Interviewpartner für Daniel Scharf und Monika Deitenbeck-Goseberg waren Bürgermeister Dieter
Dzewas, Sebastian Schultz, Pfarrer der Christuskirchengemeinde und langjähriger Vorsitzender der Stadtteilkonferenz Wehberg, sowie der Klimaschutzbeauftragte Marcus Müller diejenigen, die den Blick
auf das große Ganze lenkten. Wobei nicht nur Monika Deitenbeck-Goseberg betonte, dass sich Lüdenscheid durch ein besonderes
Miteinander über den jeweils eigenen Tellerrand hinweg auszeichne.
Es wehte zudem ein Hauch des Abschieds über der Veranstaltung: Für Dzewas, der bereits 2007 beim ersten Gebetsabend im Rathaus
im Amt war, war es das letzte Mal, dass er als Bürgermeister dabei war. Entsprechend legte Monika Deitenbeck-Goseberg in ihrem
Interview mit ihm den Schwerpunkt auf einen Rückblick. Dzewas sprach über das Gottvertrauen, mit dem er schwierige Aufgaben
angegangen sei und die guten Mitarbeiter, mit denen er Herausforderungen bewältigt habe.
Schultz hob die Bedeutung der Gemeinschaft in einem Stadtteil hervor – ganz gleich, ob es um Beziehungen gehe, die beim Stadtteil-
fest entstehen, um das eingenommene Geld, das für die Bürger im Stadtteil verwendet werden könne, oder um Belange, für die man
sich gemeinsam einsetze.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber auch als Thema für jeden einzelnen stellte Müller in den
Fokus. Er sehe sich selbst als Netzwerker, um das Thema in der Stadtgesellschaft voranzubringen und Projekte anzustoßen. Für die
Stadt wünsche er sich, dass sie „so sympathisch“ bleibe, wie er sie bisher als Nicht-Lüdenscheider erlebt habe.
Die Kollekte war, auf Wunsch von Dzewas, für die Gute Stube an der Werdohler Straße bestimmt.
Musikalisch begleitet wurde der Gebetsabend von Olaf Westmeier und Band.
Gebete sprachen neben der Vorsitzenden der evangelischen Allianz Irmtraut Huneke Hans-Gerhard Pettera von der Katholischen
Pfarrei St. Medardus und Bernd Hartmannsberger von der Freien evangelischen Gemeinde Börsenstraße.