ZUM SONNTAG

von Sebastian Schultz

"Nicht gemeckert ist genug gelobt!“ – dieser Satz wurde mir als ein Kennzeichen sauerländischer Mentalität vorgestellt. Man würde hier den Leuten keinen Honig ums Maul schmieren.
Der Apostel Paulus war eindeutig kein Sauerländer. Er schreibt den Christen im Römerbrief im Kapitel 12,10 etwas anderes ins Stammbuch: „Übertrefft euch gegenseitig an Wertschätzung!“ Sagt den Menschen, was sie gut gemacht haben, sprecht Lob aus, erkennt sie an und sagt ihnen das auch! Weil diese Wertschätzung die Sicht Gottes auf uns und seinen Umgang mit uns widerspiegelt und daher Ausdruck von christlichem Miteinander ist: Nämlich den anderen wahrzunehmen, ihm das Beste zu unterstellen, sein Bemühen und Tun zu sehen und anzuerkennen. Und diesem auch Ausdruck zu verleihen.