Sinkende Einnahmen erwartet

Christof Grote leitet erste Kirchenkreis-Synode als Superintendent via Internet

VON BETTINA GÖRLITZER
Lüdenscheid – Für den Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und seine Gemeinden war 2020 ein Jahr mit vielen Veränderungen und einschneidenden Ereignissen – dabei geht es nicht nur um die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen.
Auch wenn als deren Folge der Terminplan gehörig durcheinander gewirbelt worden war, so auch bei der Wahl des neuen Superintendenten. Im kleinsten Kreis am 1. November eingeführt, leitete Dr. Christof Grote in dieser Funktion am Mittwoch seine erste Synode als Online-Veranstaltung.
Im Kreiskirchenamt in Lüdenscheid hatten sich neben Grote aus dem Synodalvorstand nur Assessor Martin Pogorzelski und Scriba Dirk Grzego-
rek sowie Jutta Tripp als Assistentin der Superintendentur und das Technik-Team versammelt.
Im Vordergrund stand bei dieser Sitzung die Finanzplanung für das gerade begonnene Jahr. Für die Finanzausgleichskasse wird mit einem Volumen von rund 11,9 Millionen Euro kalkuliert. Rund 8,787 Millionen Euro werden dabei als Zuweisungen an die 23 Gemeinden verteilt –
das sind etwa 127 000 Euro weniger als 2020.
Die zugrunde liegenden Schätzungen der Kirchensteuereinnahmen durch die Landeskirche seien vorsichtig, aber dennoch sei noch nicht abzusehen, wie sich die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie auswirken, betonte Gerta Bappert vom Finanzausschuss, die den Haushaltsplan vorstellte.
In seinem Jahresbericht hatte Grote darauf verwiesen, dass in diesem Jahr – im Gegensatz zu den Vorjahren – nicht mit Kirchensteuer-
nachzahlungen gerechnet werden dürfe. Noch im vergangenen Jahr flossen Mehreinnahmen aus 2019 in Höhe von rund 920 000 Euro an den Kirchenkreis. Davon verblieben 800 746,54 Euro zur sogenannten weiteren Verwendung. Während der Großteil der Summe je zur Hälfte in die Ausgleichsrücklagen des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden fließen sollen, entbrannte um die verbleibenden zehn Prozent wie schon in den Vorjahren eine rege Diskussion.
Unstrittig war, diese Summe für diakonische Zwecke zu verwenden. Aber darüber, wie es verteilt werden sollte, gingen die Meinungen auseinander. Mehrheitlich setzte sich schließlich ein Antrag durch, der vorsah, die rund 80 000 Euro zur Corona-Unterstützung der inter-
nationalen Partnergemeinden zu verwenden.
Zuvor hatten die Synodalen nach Jahren der Diskussion eine spontan beantragte Grundsatzentscheidung verabschiedet, wonach es nunmehr festgelegt ist, zehn Prozent von Kirchensteuermehreinnahmen einem missionarisch-diakonischen Zweck zuzuführen. Der konkrete Zweck soll nach Bedarf bestimmt werden.
In Grotes erstem Jahresbericht als Superintendent waren die Finanzen allerdings nur ein Aspekt von vielen. Als einschneidende Veränderungen nannte er unter anderem die Fusion von fünf Gemeinden im Kreis Olpe zur Kirchengemeinde AttendornLennestadt, den Tod von Krimhild Ochse und MonikaDeitenbeck-Goseberg, die Entwidmung der Christuskirche in Dahlerbrück und vor allem auch die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle in der Kirchengemeinde Brügge und beim CVJM Lüdenscheid-West, deren Aufarbeitung längst noch nicht abgeschlossen sei.
Angesichts von Pfarrern und Pfarrerinnen, die bereits in den Ruhestand verabschiedet wurden oder in nächster Zeit werden, freute sich Grote, dass in diesem Jahr zwei Pfarrerinnen ihren Dienst im Kirchenkreis antreten. „Aber wir alle müssen dafür werben, dass es sich lohnt, in diesem Kirchenkreis mitzuarbeiten“, sagte der Superintendent mit Blick auf die schwierige Personalsituation.

Zum li. Bild:
Blick in das „Studio“ im Kreiskirchenamt. Dort waren während der gesamten Dauer der Synode nur Jutta Tripp als Assistentin der Superinten-
dentur sowie vom Kreissynodalvorstand Dirk Grzegorek als Scriba, Superintendent Dr. Christof Grote und Assessor Martin Pogorzelski anwesend. Im Hintergrund agierten noch David Heuer für die Technik und Öffentlichkeitsreferent Matthias Willnat. Weitere Redner kamen nur vorübergehend für ihre jeweiligen Berichte hinzu.

Zum re. Bild :
Dr. Christof Grote leitete seine erste Synode als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg als Online-Konferenz.