ZUM SONNTAG

„Ostern ist anders – auch dieses Jahr“

VON CHRISTOF GROTE

Ostern ist anders! – Diese Überschrift trifft wohl in vielem zu in dieser CoronaZeit: keine Familientreffen in größerer Runde, keine Gottesdienste in den Kirchen, kein Urlaub über die Feiertage, keine Osterfeuer mit lieben Menschen, Osterspaziergänge nur in kleinstem Kreis. Ostern ist anders – auch dieses Jahr wieder, wo wir doch alle gehofft haben, dass unser Leben endlich wieder in vertrauten Bahnen verlaufen kann. Aber gilt das nicht eigentlich immer, auch ohne Corona: dass Ostern anders ist? Dass es uns zumindest die Möglichkeit eröffnet, dass es anders wird – für uns und unser Leben? Die Geschichte ist schnell erzählt: Jesus Christus, Karfreitag wie ein Schwerverbrecher am Kreuz hingerichtet, wird von Gott von den Toten auferweckt. Sein Grab ist leer, ein Engel sitzt davor und verkündet den erschrockenen Frauen: „Der Herr ist auferstanden!“ Da ist etwas geschehen, was so zuvor noch nie erlebt worden ist. Das ist anders. Und darum sofort auch so, dass das Geschilderte in Frage gestellt wird: ob es nicht doch eine Erfindung der Jünger sei, eine Art Massenhypnose vielleicht oder ein schlichter Grabraub. Dass da etwas so anders ist, das passt nicht in unser Weltbild.
Und es geht noch weiter, handelt es sich doch um mehr als nur ein vergangenes Ereignis: Mit Gottes Eingreifen zu Ostern kann auch unser Leben anders werden. Dass Gott uns begleitet, auch durch alles Leiden, dass sein Erbarmen unser Versagen und unsere Schuld übersteigt, dass seine Liebe stärker als der Tod ist – das macht den Kern von Ostern aus. Und wir sind eingeladen, unser Leben mit diesen göttlichen Zusagen ganz neu zu gewinnen. Ostern ist anders – Gott sei Dank!
Christof Grote, Superintendent, Evangelischer Kirchenkreis