Kirchen setzen auf virtuelle Gottesdienste

VON JULIAN WITZEL

Lüdenscheid – In dem in der Nacht zum Dienstag entworfenen Bund-Länder-Beschluss heißt es zum Thema Kirchen im Wortlaut: „Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen, mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen.“ Mit „dieser Zeit“ ist die Osterzeit gemeint. Für die Kirchen keine neue Situation.
In Pandemiezeiten sind virtuelle Gottesdienste mehr Regel denn Ausnahme. So auch bei der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) in Lüdenscheid. Am Karfreitag und Ostersonntag werden zwei Gottesdienste gefeiert, die jeweils ab 10.30 Uhr via Livestream im Internet zu verfolgen sind. „Frau Merkel hat es fein und behutsam formuliert, dass sich auch die Kirchen an die Regelungen halten müssen. Das verstehe ich gut, wir müssen durchhalten und die Situation so gut es geht meistern. Wir werden dennoch besondere Gottesdienste feiern, die per Livestream zu sehen sind“, sagt Pfarrer Holger Bungenberg.

„Alternativlos“
Gleiches gilt bei der evangelischen Christuskirchengemeinde. „Wir werden Ostern einen Video-Gottesdienst ausrichten und keinen Präsenzgottesdienst anbieten“, sagt Pfarrer Rainer Gremmels. Gerade mit Blick auf die Inzidenz sei die Entscheidung alternativlos. „Wir hatten eigentlich doppelgleisig geplant, aber nach der Empfehlung unserer Landeskirche haben wir uns schnell darauf verständigt, keinen Präsenzgottesdienst abzuhalten.“ Man wolle jedoch auch in der Osterzeit Alternativen anbieten, sagt Gremmels. „Seit Weihnachten hatten wir keinen Präsenzgottesdienst. Das ist wirklich eine lange Zeit.“
„Wir sind genauso in der Schwebe“, sagt Marita Franzen, Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde St. Petrus und Paulus auf die Frage, ob der Präsenzgottesdienst weitergeführt wird oder nicht. Es sei eine E-Mail des Bistums Essen an alle Mitarbeiter der Pfarrgemeinden eingegangen mit der Nachricht, dass das Bistum die gestrigen Beschlüsse noch einordnen müsse. Deswegen könne noch nicht gesagt werden, wie in den nächsten Wochen verfahren wird. Mit einer zeitnahen Regelung rechnet aber auch Franzen. Allein, um die Messen vorzubereiten und mögliche Alternativen zu schaffen.