Immer weniger Personal

Christuskirchengemeinde bereitet sich langfristig auf Entwicklungen vor

Auch die Christuskirchengemeinde muss mit immer weniger Personal auskommen. FOTOS: GÖRLITZER

Pfarrer Rainer Gremmels und Kirchmeisterin Claudia Adams-Kuhbier wissen, dass die Herausforderungen für ihre Gemeinde nicht weni- ger werden, sehen sich aber durch vorausschauende Planungen gut gerüstet.

VON BETTINA GÖRLITZER Lüdenscheid –
Die Christuskirchengemeinde muss – wie die meisten anderen Kirchengemeinden auch – mit immer weniger Personal auskommen:
Ende Juni ist Gemeindepädagoge Reiner Freudenreich in den Ruhestand gegangen. Seine offizielle Verabschie-
dung soll am 6. September nachgeholt werden.
Bereits zum Ende des vergangenen Jahres war Diakon Erhard Knabe in den Ruhestand verabschiedet worden.
Pfarrer Rainer Gremmels und Kirchmeisterin Claudia Adams-Kuhbier betonten im Gespräch mit den LN, dass
die Entwicklung nicht überraschend sei und sich die Gemeinde von langer Hand darauf vorbereitet habe.
Es mangelt an Nachwuchs
Dass die Personalschlüssel in Gemeinden rückläufig sind, hat mehrere Gründe. Zurückgehende Gemeindeglie-
derzahlen – durch den demografischen Wandel, Umzüge und Austritte – und damit sinkende Zuweisungen aus
den Kirchensteuereinnahmen sind das Eine.
Das Andere ist, dass Stellen sowohl von Pfarrern als auch von Gemeindereferenten immer schwieriger zu beset-
zen sind. Es mangelt an Nachwuchs. „Und wenn es Bewerber gibt, wollen die nicht unbedingt ins Sauerland“,
sagt Rainer Gremmels.
Auch beim Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg stehen die Entwicklung der Pfarrstellen beziehungsweise Lö-
sungen für Personalfragen seit langem auf der Agenda.
Alle Gemeinden sind, wie mehrfach berichtet, aufgerufen, mit Unterstützung von Kirchenkreis und Landeskirche langfristige Konzepte zu erarbeiten.
Unterstützung vom Kirchenkreis In der Christuskirchengemeinde fällt mit Reiner Freudenreich nun ein Mitarbeiter weg, dessen Schwer-
punkt in der Seelsorge in den Altenheimen lag.
Vor etlichen Jahren hatte die Gemeinde noch vier feste Pfarrstellen. Inzwischen sind Rainer Gremmels und Sebastian Schultz die einzigen
Pfarrer.
Die Einstellung von Diakon Knabe sei seinerzeit erfolgt, weil Pfarrstellen abgebaut worden seien.
Aktuell gehören zur Gemeinde als hauptamtliche Mitarbeiter noch die Kinder- und Jugendreferentin Isabelle Budriks, Kirchenmusiker
Wolfgang Kimpel, Gemeindesekretärin Petra Gremmels sowie die Küsterinnen Petra König und Jutta Ottofülling.
Um die Pfarrer unter anderem bei Predigtdiensten zu entlasten, wurden vor knapp zwei Jahren neue Gottesdienstzeiten für Christus und Markuskirche beschlossen.
Zudem befinden sich auch drei Gemeindemitlieder in der Prädikanten-Ausbildung. Diese verzögere sich allerdings coronabedingt, sagt
Gremmels.
Daneben stehen – unter anderem mit der früheren langjährigen Gemeindepfarrerin Bärbel Wilde – Pfarrer im Ruhestand zur Verfügung.
Und auch Reiner Freudenreich hat angekündigt, die Gemeinde weiter ehrenamtlich zu unterstützen.
Aber vieles laste eben doch auf den Schultern der beiden Gemeindepfarrer, betont Claudia Adams-Kuhbier.
Amtshandlungen wie Taufen, Beerdigungen und Trauungen sind neben den Gottesdiensten die offensichtlichen Aufgaben.
Hinzu kommt, dass die Seelsorger immer ein offenes Ohr für ihre Gemeindemitglieder haben – neben notwendigen Verwaltungsaufgaben.
„Außerdem erwarten die verschiedenen Gruppen, dass die Pfarrer sie immer wieder mal besuchen“, sagt Claudia Adams-Kuhbier.
Sich vorausschauend mit den Entwicklungen zu befassen, sieht sie als eine wesentliche Aufgabe des Presbyteriums.
Als Kirchmeisterin, die sich um die Finanzen der Gemeinde kümmert, sei es ihre Aufgabe, langfristig zu planen. Dieses Vorgehen ermögliche
der Gemeinde seit Jahren eine gewisse Planungssicherheit, sowohl personell als auch finanziell, zum Beispiel durch die Einführung eines freiwilligen Kirchgeldes.
Gremmels betont, dass unter den Ehrenamtlichen im Presbyterium einige Menge an Fachwissen in verschiedenen Bereichen vorhanden sei,
das der Gemeinde zu Gute komme.