Jung, unkonventionell, voller Elan, Power und Mut: Die neue Präses der Evangelische Kirche in Deutschland, die 25-jährige Philosophie-
Studentin Anna-Nicole Heinrich aus Regensburg, steht für Hoffnung und Aufbruch. Ihre Wahl, die völlig überraschend war, ist ein mutiges Zeichen einer Kirche, die in schwierigen Zeiten mit Mitgliederschwund und zunehmend auch finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Dass die Kirche bei der Besetzung eines der wichtigsten Ämter an der Spitze der EKD auf die Jugend setzt – Heinrichs Vorgängerin Irmgard Schwaetzer ist 54 Jahre älter –, eröffnet viele Chancen. Eine junge Frau, die in einem nicht christlichen Elternhaus aufgewachsen ist und als Jugendliche aus eigenem Wunsch in die evangelische Kirche eingetreten ist, wird ganz neue Akzente in die innerkirchlichen Debatten und
auch in die öffentliche Wahrnehmung von Kirche einbringen können.

Der frische Wind, der mit Anna-Nicole Heinrich durch die kirchlichen Gremien fegen wird, kann eine Institution beleben, deren gesellschaft-
liche Relevanz arg gelitten hat. Kirchliche Konventionen werden von der redegewandten Studentin hinterfragt werden. Das wird nicht immer bequem sein, aber dafür ist Heinrich auch nicht gewählt worden. Sie steht für nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der evangelischen Kirche in Deutschland.