Eine Bibel von der „Kirchenguste“

Altarbibel der Christuskirche ein Geschenk von Kaiserin Auguste Victoria

VON INGRID WEILAND Lüdenscheid – Anlässlich des 100. Todestages von Auguste Victoria, der letzten deutschen Kaiserin, erinnerten kurzlich zahlreiche Medien unter anderem an ihr starkes Engagement im sozialen Bereich, für das sie beim Volk beliebt und angesehen gewesen ist. Aufgrund ihres Einsatzes für den Bau evangelischer Kirchen verpasste der Volksmund ihr den Namen „Kirchenguste“.
Die Monarchin, die Königin von Preußen und von 1888 bis 1918 deutsche Kaiserin war, stiftete auch zahlreiche kostbare Altarbibeln. Eine davon schenkte sie der Lüdenscheider Christuskirche am 31. Oktober 1902, zum Tag der Einweihung. Diese wertvolle Bibel – mit eigenhändiger Widmung der Kaiserin – wurde 1892 in Leipzig gedruckt, umfasst das Alte und das Neue Testament und die Apokryphen sowie zahlreiche Schwarz-WeißBilder zu biblischen Geschichten. Den Buchdeckel zieren ein aus Metall angefertigtes Kreuz und die vier Evangelistensymbole (Mensch, Löwe, Stier und Adler), die ebenfalls kunstvolle Metallarbeiten darstellen.
Am 31. Oktober 2002, als die Feierlichkeiten zum 100- jährigen Bestehen der Christuskirche mit einer Festveranstaltung in dem vollbesetzten Gotteshaus ihren Höhepunkt erreichten, war es für Prinz Philip von Preußen ein „bewegender Augenblick“, die von seiner Ururgroßmutter Auguste Victoria gestiftete Altarbibel in den Händen halten zu dürfen. Der Prinz, der an dem Festabend für den Predigtdienst verantwortlich war, bekam viel Applaus für seine Ansprache. Er drückte seine Freude darüber aus, dass „Gott, der eigentliche Bauherr des Gotteshauses, auch nach 100 Jahren noch Herr der Christuskirche“ in Lüdenscheid sei.

Bilder : Die Altarbibel der Christuskirchengemeinde wurde 1902 von der damaligen Kaiserin Auguste Victoria gestiftet, die eine handschriftliche Widmung in die Bibel geschrieben hat. Die Buchdeckel wurden mit christlichen Metallapplikationen gestalt