Lüdenscheid – „Ich hatte schon befürchtet, dass aufgrund des schönen Wetters heute niemand ins Konzert geht“, erklärte Kantor und Chorleiter Wolfgang Kimpel vor Beginn der Irischen Messe mit dem Chor der Christuskirche. Diese Befürchtung erwies sich als unbegründet, waren doch die Kirchenbänke im Rahmen der Corona-Bestimmungen bestens gefüllt.

Die „Irische Messe – Sacred Story“ aus der Feder von Liam Lawton stellte an diesem Abend indes nicht das einzige gespielte Werk dar, sondern stand vielmehr im Mittelpunkt eines Konzertes, bei dem das irische Lebensgefühl in Form christlicher Werke mit irischen Wurzeln zelebriert wurde. Begleitet wurde der Chor dabei von Andrea Ertz (Flügel), Katharina Linde (Violine), Petra Kallweit (Querflöte), Ulrike Kriegel (Oboe) und Markus Scheidtweiler (Gitarre), wobei vor allem letzterer Musiker einen echten Bezug zur englischen, schottischen und eben auch irischen Musik hat.

Vor Beginn der irischen Messe gab der Chor zur Einstimmung vier kurze eigenständige Werke zum Besten, die ersten drei nur mit Klavier- und Gitarrenbegleitung. Zum Auftakt erklang das melodische „Schau in die Welt“ von John Rutter. Feierlich, harmonisch und stimmig gesungen präsentierte sich das Stück „Sprich nur ein Wort“ von Gerd-Peter Münden, poetisch im Anschluss das Stück „The Lord Is My Shepard“ von Howard Goodall. Ein rein instrumentales Werk stellte dagegen „Be Thou My Vision“ von Bob Chilcott dar, das alle Instrumentalisten interpretierten und viele musikalische Bestandteile der irischen Musik beinhaltete.

Bei der „Irischen Messe – Sacred Story“ handelt es sich um eine Sammlung von Musikstücken im Stil der irischen Kelten und mit Texten, die einerseits inspiriert sind von den Lebensgeschichten irischer Heiliger, aber auch von den Erlebnissen der Menschen unserer Tage geprägt sind. Laut Komponist Liam Lawton sind alle in der „Irischen Messe“ enthaltenen Chorstücke in der gälischen Tradition verwurzelt. Das vom Chor komplett in deutscher Sprache vorgetragene Werk stellt ein besonderes, erhabenes Hörerlebnis dar, das man in dieser Form wohl nicht oft geboten bekommt, eine besondere, von christlichen Motiven geprägte, musikalische Irland-Reise. Das klangstarke Stück „The Peace Of God“ von John Rutter sowie ein weiteres Werk von Bob Chilcott beendeten den Konzertabend, wobei das Publikum noch eine Zugabe in Form des Segments „Mehr als zu erwarten“ aus der Irischen Messe einforderte.