Was glaubst du eigentlich?

Von Irmtraut Huneke
„Dieser PC treibt mich heute noch schier in den Wahnsinn!“ hörte ich den jungen Mann beim Einchecken auf dem Flughafen zu seiner Kollegin sagen. Nun war ich an der Reihe, denn ich hatte im Frühjahr eine Studien-
reise nach Rom gebucht. Wir unterhielten uns kurz. Er erfüllte meinen Wunsch. Ich bekam einen Fensterplatz in den ersten Reihen. Ich bedankte mich und dachte: Wie kann ich ihn ermutigen? So gab ich ihm fröhlich meine Visitenkarte mit den Worten: „Damit Sie nicht schier in den Wahnsinn getrieben werden, schenke ich Ihnen jetzt ein Ticket zum Himmel, mein Mann ist nämlich schon dort.“ Er las den Text: „Jesus sagt: Ich bin der Weg und die Tür zum himmlischen Vater.“ Dann schmunzelte er, drehte die Karte um und sah meine Daten. „Interessant, auf Ihre Homepage schau ich mal.“ Ich freute mich und winkte ihm zum Abschied. In Rom angekommen, versammelten wir uns als Reise-
gruppe. So lernte ich am ersten Abend eine ebenfalls alleinreisende, kritische Frau kennen. Wir nahmen uns vor, die freie Mittagszeit miteinander zu verbringen. So saßen wir an einem der vielen Brunnen in Rom. Ich gab ihr meine Visitenkarte und sagte: „Das Wichtigste steht aber auf der Rückseite, nämlich „Ticket zum Himmel“. Sie war total entsetzt und sagte: „Nein, so etwas brauche ich nicht!“ Ich sagte: „Okay,“ und wollte die Karte wieder einstecken. Dann sagte sie: „Ach, ich nehme sie doch, als Erinnerung an dich.“ Ich dachte, bei dieser Frau musst Du sehr behutsam sein. Ihre Ablehnung drückte sich in ihrer ganzen Körperhaltung aus. So entschied ich mich, von mir aus nicht über meinen Glauben zu reden und alles
Gott zu überlassen. Umso erstaunter war ich, dass sie mir nach und nach immer mehr Fragen stellte. Diese beantwortete ich bewusst nur ganz kurz. So konnte ich ihr etwas über Gottes Liebe und Vergebung erzählen. Aber auch über die Gewissheit in Ewigkeit bei IHM zu sein. Sie sagte: „Du hast also immer einen Gesprächspartner?“ Ich antwortete: „Ja, ich bin immer ‘online’ mit Jesus. Die Entscheidung für Jesus ist für mich die wichtigste meines Lebens. Jeder kann diese Entscheidung treffen, denn Jesus sagt im Johannesevangelium Kapitel 7 Vers 17: Wenn ihr meinen Willen tun wollt, werdet ihr erfahren, ob ich von Gott komme oder ob ich von mir selbst rede. Diese Erfahrung mache ich täglich.“ Zwischendurch tauschten wir uns über alle möglichen Themen aus. Auch über die Gespräche mit den anderen Reisenden. Da sie Kunstgeschichte studiert hat und noch berufstätig ist, hielt sie mir gern Kurzvorträge nach den Besichtigungen. Sie kam aus Leipzig, war geschieden und hatte viel Schweres erlebt. Später gab sie mir ihre Karte. Vor ihrem Namen stand Dr. phil. Beim Abschied bekundeten wir uns gegenseitig, dass unser Kennenlernen für uns eine Bereicherung war. Sie sagte dann noch: „Behalte deine positive Einstellung und Ausstrahlung, damit du noch vielen Menschen helfen kannst, die deine Hilfe brauchen.“ Ich fragte: „ Und du, was glaubst Du eigentlich?“ Sie: „Ach, ich habe da so meine Ideen.“ So konnte ich immer wieder nur still für sie beten und in Jesu Namen segnen. Was daraus wird, das liegt an IHM und natürlich auch an ihr.
(Irmtraut Huneke gehört zur Christuskirche und zum Gesprächsforum)