Viel Musik zum Abschluss

Gemeindetage gehen mit „Bruder Martinus“ und Kinderliedern zu Ende

Gemeindetage Von Bettina Görlitzer
LÜDENSCHEID . Noch einmal stand zum Ende der Abendveranstaltungen der Gemeindetage unter dem Wort das Reformationsjubiläum im Mittelpunkt: Am Samstagabend erlebten mehrere hundert Zuhörer die Interpretation des Luther-Musicals „Bruder Martinus“ ausschließlich mit Musik und Textvortrag. Komponist Siegfried Fietz und Autor Jürgen Werth wurden dabei von Oliver Fietz und Gerhard Barth unterstützt.
Zum Finale der Gemeindetage gab es gestern in der Christuskirche einen bunten Familiengottesdienst mit Kinderliedermacher Mike Müllerbauer.
Für viele der Besucher war der Samstagabend auch ein Wiedersehen – der gebürtige Lüdenscheider Jürgen Werth traf zahlreiche alte Bekannte in der Christuskirche, in der er selbst konfirmiert wurde.
Aber auch Siegfried Fietz war für etliche Besucher, die schon einmal in Konzert mit ihm erlebt hatten, kein Unbekannter, wie Ute Lindner aus dem Vorbereitungskreis der Gemeindetage berichtete.
Beide Musiker sparten nicht mit Lob für den jeweils anderen. So sagte Siegfried Fietz: „Sie können stolz sein, dass Jürgen Werth in seiner Jugend immer in diesem Gotteshaus war.“ Jürgen Werth konterte: „Das schönste, das aus einem Werth-Text werden kann, ist ein Fietz-Lied.“
Zur Einstimmung auf den Konzertabend begrüßten Siegfried und Oliver Fietz sowie Gerhard Barth die Besucher mit einem Friedenslied „Shalom“ und luden zum Mitsingen ein. Das blieb auch für die weiteren Fietz-Lieder so, die zunächst folgten, bevor Jürgen Werth die Bühne betrat und mit „Buder Martinus“ die Zeitreise in das ausgehende Mittelalter begann.
Während Werth in die Rolle des Reformators schlüpfte und in seinen Texten entscheidende Phasen von Luthers Leben und seines Wirkens Revue passieren ließ, gab es dazwischen die passenden Lieder des Musicals zu hören. Die Zuschauer waren dabei immer wieder als Chor gefragt.
Angefangen mit dem Gewitter, in dem Luther beschloss, Mönch zu werden, über seine Entdeckung des gütigen und gnädigen Gottes in der Bibel, was die „Zeitenwende in Luthers Leben und irgendwie der Beginn der Reformation war“, so Werth, bis hin zum Tod, begleiteten Texte und Musik
das Leben des Reformators. Alles nichts Neues für die Zuhörer, dennoch bot „Bruder Martinus“ im Jubiläumsjahr der Reformation mit eingängiger Musik und prägnanten Texten ein beeindruckendes Bild davon, wie revolutionär die Gedanken Luthers waren und wie schwer der Reformator bisweilen an der Last seines eigenen Denkens getragen hat.
Die Zuhörer bejubelten die Akteure mit stehenden Ovationen. Von einem freundlichen, liebenden Gott war dann auch ganz viel in den Liedern zu hören, mit denen Mike Müllerbacher, begleitet von Andreas Doncic am Keyboard, den Gottesdienst am Sonntag gestaltete. Kindgerecht verpackt, mit Texten
zum Mitsingen und Bewegungen zum Mitmachen, wurde Gott gelobt, die Freude über dessen Liebe zu den Menschen besungen und auch der Segen ausgesprochen. Ein bunter und fröhlicher Ausklang der Gemeindetage, die in diesem Jahr unter dem Thema standen „Woran hängt mein Herz“.
Das Thema wurde im Rahmen der Vortragsabende nicht nur von den Referenten aufgegriffen: Menschen aus Lüdenscheid, die ihr Herz an besondere Initiativen gehängt haben, stellten diese in Interviews vor. Da ging es um die Herzkissen-Aktion für Brustkrebs-Patientinnen, um „Ein
Herz für Dich“, das Besucher des Cafés Extra Dry zeigen können, indem sie Herzen kaufen, um aus dem Erlös Menschen, denen es nicht so gut geht, ein Essen im Café zu finanzieren, und um die ökumenische Hospizgruppe die Arche.
2018 werden die Gemeindetage unter dem Wort vom 14. bis zum 18. März stattfinden.