Unerlaubte Gerüst-Besuche

Appell: Christuskirchen-Baustelle nicht betreten

Pfarrer Rainer Gremmels (links) und Dietmar Giedinghagen vor dem Bauzaun an der Chris-tuskirche: Sie weisen darauf hin, dass Baustelle nicht betreten werden darf. . Foto: K. Zacharias

 Von Kerstin Zacharias
LÜDENSCHEID . Sie verschaffen sich unerlaubterweise Zugang zur Baustelle, lassen die Absperrung völlig außer Acht – und begeben sich letztlich nicht nur in Lebensgefahr, sondern machen sich auch strafbar: Gleich dreimal sei es in den vergangenen Wochen vorgekommen, dass Menschen das 60 Meter hohe Gerüst am Turm der Christuskirche erklommen hätten – einmal wurden die Täter sogar von der Polizei erwischt.
„Wir haben daraufhin Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet, denn das können wir natürlich nicht tolerieren“, macht Pfarrer Rainer Gremmels im LN-Gespräch deutlich. „Das ist einfach gefährlich.“
„Wir haben die Baustelle so geschützt, wie es verlangt wird – und das wurde auch so abgenommen“, erläutert Dietmar Giedinghagen, Vorsitzender des Bauausschusses der Christuskirchengemeinde weiter. „Dennoch lassen sich einige Menschen nicht davon abhalten, sich Zutritt zu verschaffen.
Damit beschädigen sie nicht nur das Material, sondern bringen sich selbst in Gefahr.“ Hinzukomme, dass das Gerüst ausschließlich zum Zwecke der Bauarbeiten konzipiert wurde, also nur die Mitarbeiter der Fachfirma wissen, wie sie sich dort entsprechend zu verhalten haben.
„Als Aussichtsplattform ist das Gerüst nicht geeignet – und damit auch nicht zum Besuch von Laien“, muss Giedinghagen Anfragen für mögliche Turmbesteigungen gleich eine Absage erteilen. Vielmehr appelliert er gemeinsam mit Pfarrer Gremmels an die Vernunft, die Baustelle und vor allem das Gerüst nicht zu betreten.
„Das ist einfach gefährlich – und wir werdenweiterhin Strafanzeige stellen, wenn jemand erwischt wird.“
Nachdem das Gerüst, für das laut Dietmar Giedinghagen mehr Material benötigt laufe derzeit die Dokumentationsphase. „Die Steinmetze haben an der Spitze des Turms damit begonnen, die genauen Schäden festzustellen und zu dokumentieren“, erklärte Giedinghagen. „Dann arbeiten sie sich Stück für Stück nach unten.“ Fest stehe schon jetzt: Neben den Schäden in den Fugen sitze die Spitze des Turms nicht mehr fest und auch ein Seitenturm wackele.
In enger Abstimmung steht die Kirchengemeinde bei der ganzen Maßnahme mit der Denkmalbehörde. „Deren Verantwortliche schauen sich das Ganze natürlich auch an und begleiten die Maßnahme.“
Während ein Labor Proben des jetzigen Fugenmaterials analysiere, um das bestmögliche Material für die Steine der Christuskirche herauszu-
finden, geht es der Denkmalbehörde nicht zuletzt auch um die richtige Farbgebung.
„Unser Anliegen ist es natürlich, die Kirche wieder dichtzubekommen, denn mittlerweile dringt das Wasser auch in den Innenraum. Und wir hoffen natürlich, dass das neue Material auch möglichst lange hält.“