Spontane Umarmungen

Gemeindetage: Schwester Teresa Zukic lädt dazu ein, Freude am Glauben zu leben
Von Bettina Görlitzer 

LÜDENSCHEID . Eine Frau, die das Leben liebt und jeden ermuntert, es ihr gleich zu tun: Das ist Schwester Teresa Zukic. Gestern Abend referierte die Ordensschwester von der „Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu“ bei den Gemeindetagen unter dem Wort in der Christuskirche darüber, woran ihr Herz hängt.
Sie steckte die Zuhörer mit ihrer Lebendigkeit und ihrer Glaubensfreude an – auch die Sänger und Sängerinnen des Gospelchors The Albert Singers aus Halver, mit denen sie zum Abschluss noch spontan eine kleine Einlage im Stil von „Sister Act“ präsentierte.
Die prominente Ordensschwester erzählte aus ihrem Leben – wie die ehemalige Leistungssportlerin den Glauben entdeckte und wie sie später mit ihrer Jugendarbeit auffiel und ins Fernsehen kam. Das war der Anfang eines Lebens in der Öffentlichkeit, das anfangs nicht immer leicht war, wie sie zugab. Sie sei selbst richtig krank geworden, weil Menschen sie verletzt hätten, als sie ins Licht der Öffentlichkeit rückte und alles, was sie tat, kritisiert wurde. Sie habe aber irgendwann verstanden, dass es verletzte Menschen sind, die andere verletzen, und entdeckt, dass Vergebung für sie ein ganz wichtiges, wenn auch schwieriges Thema ist.
„Wenn Sie vergeben, bleiben Sie seelisch gesund“, sagte sie zu ihren Zuhörern. „Dass wir Christen vergeben können, ist für mich das größte Aben-
teuer.“
So gilt neben ihrer Freude am Glauben, die sie mitteilen möchte, ihre besondere Sorge Menschen, die in Not sind. „Wir haben so viele depressive Menschen in Deutschland. Das kann jeden treffen.“
Sie sprach eine Einladung aus, die spürbar von Herzen kam: „Wenn es heute Abend jemanden gibt, der das Gefühl hat, nicht geliebt zu sein, spre-
chen Sie mich an. Ich möchte mit Ihnen befreundet sein.“
Dabei betonte sie, die viel in den sozialen Medien unterwegs ist, dass diese Einladung damit nichts zu tun hatte.
Als Aspekte, an denen ihr Herz hängt, nannte sie Jesus, Lobpreis, die Bibel nicht nur zu lesen, sondern zu leben, und „dass Gott ein verrückter, liebender Gott“ sei.
So forderte Schwester Teresa die Zuhörer nicht nur auf, spontan ihre Sitznachbarn zu umarmen, sondern gab auch Hausaufgaben auf: Alle sollten den Menschen, der sie zu Hause erwartet, drücken und „ein Bussi geben“ und am nächsten Tag einen wildfremden Menschen anlächeln: „Wenn der fragt: ’Kennen wir uns?‘, sagen Sie ’Nein, ich komme von den Gemeindetagen, wir sind so.‘“

Der Gospelchor The Albert Singers aus Halver unter der Leitung von Matthias Ortmann war zum ersten Mal bei den Gemeinde- tagen unter dem Wort dabei und begeisterte mit seinen Lied- beiträgen die Besucher der Christuskirche. . Fotos: Görlitzer