Orgel mit überragender Klangfülle

Star-Organist Felix Hell spielt vor gut besetzten Rängen in der Christuskirche

F elix Hell spielte in der Christuskirche die Toccata aus „Schlafes Bruder“. � Foto: Othlinghaus

LÜDENSCHEID � Zum fünften Mal war am Sonntag der StarOrganist Felix Hell in der Christuskirche zu Gast und kon-
zertierte vor gut besetzten Zuschauerrängen auf der historischen Walcker-Orgel. Sein erstes Konzert absolvierte er in Lüdenscheid bereits vor der Restaurierung der Orgel und hat sich seither nach eigenen Angaben in das Instrument verliebt. Das Programm, das der in den USA lebende Künstler am Sonntag präsentierte und speziell auf Instrument und Ort abgestimmt hatte, bestand aus musikalischen Werken unterschiedlicher Epochen. Wie schon bei den letzten Kon-
zerten wurde Hell während des Konzertes gefilmt, sodass die Zuhörer seine oft virtuose Technik einschließlich der Beinarbeit auf der Leinwand mitverfolgen konnten. Für die technische Umsetzung dieses filmischen Livemitschnitts zeichnete Matthias Scheel verantwortlich.
. Im Mittelpunkt des Programms stand eine Auswahl an Werken von Johann Sebastian Bach. Andächtig, besinnlich und meditativ begann der Konzertabend mit dem „Präludium und der Fuge DDur“ sowie der Komposition „O Lamm Gottes unschuldig“, einem weiteren Bach-Werk, das insbesondere durch den fließenden, filigranen Beginn sowie den andäch-
tigen, mit Präzision und Einfühlungsvermögen vom Künstler interpretierten zweiten Teil bestach. Dramatisch und mit großer Klangfülle präsentierte sich die nachfolgende, viersätzige „Sonate Nr. 1 in fMoll“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, die durch den Wechsel zwischen ruhigen und aufwühlenden Passagen ihre Spannung entfaltete, die dann schließlich im finalen „Allegro assai vivace“ einen voluminös-kraftvollen Abschluss fand. Nach der Pause hatten die Zuhörer die Möglichkeit, mit der Toccata des bekannten zeitgenössischen Komponisten Enjott Schneider aus dem Film „Schlafes Bruder“ ein ganz besonderes Orgelwerk zu hören. Felix Hell fügte es auf Wunsch der Christuskirchengemeinde eigens in sein Programm ein. Im Anschluss an einen andächtigen Beginn gewinnt dieses virtuose Werk schnell an Dramatik. Ausgeführt von einem Weltklasse-Organisten wie Felix Hell zeigte das zwar kurze, aber komplexe Werk auf beein-
druckende Weise, welche überragende Klangfülle die Walcker-Orgel in der Christuskirche zu produzieren in der Lage ist. Den Abschluss bot eine Fantasie über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Max Reger. Nach dem Konzert nahm sich Felix Hell die Zeit, mit den Zuhörern ins Gespräch zu kommen und über die gespielten Werke zu diskutieren. � botF