Rainer Gremmels, Vorsitzender der evangelischen Allianz, der katholische Pfarrer Andreas Rose, Bürgermeister Dieter Dzewas und Irmtraut Huneke, stellvertretende Allianzvorsitzende (von links), gehörten zu den Rednern beim Gebetsabend. Fotos: Görlitzer

„Wir müssen Herzen öffnen“

Überkonfessioneller Gebetsabend zum Thema Inklusion in Lüdenscheid

Thomas Cordt sprach über den Johannes-Busch-Wohnverbund

Von Bettina Görlitzer
LÜDENSCHEID  Es gab gestern Abend viel Lob für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen in Lüdenscheid – auch, wenn immer noch Barrieren zu überwinden sind.
Unter dem Titel „Wir gehören zusammen“ drehte sich der überkonfessionelle Gebetsabend im Bürgerforum des Rathauses in diesem Jahr um das Thema Inklusion.
Bürgermeister Dieter Dzewas, die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Monika Schwanz und Thomas Cordt, Leiter des JohannesBusch-Wohnverbundes, waren die Interviewpartner der Jugendreferenten Daniel Scharf und Isabelle Budriks. Sie berichteten über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Inklusion und darüber, was ihrer Meinung nach in Lüden-
scheid bereits gut funktioniere oder auf dem Weg sei.
Monika Schwanz betonte, Inklusion sei für sie „ein ganz blödes Wort.“ Es sei Normalität, dass Menschen mit Behinde-
rungen von Anfang dabei seien, dass man ihnen auch etwas zutrauen müsse. Gemeinsam arbeite man daran, Barriere-
freiheit in der Stadt zu verbessern. Das, was der Inklusion am meisten im Wege steht, sind die Barrieren im Kopf – da waren sich alle Interviewpartner einig.
Cordt fand dazu das passende Schlusswort – es gebe ein ganz einfaches Rezept, um diese Barrieren wegzukriegen: „Wir müssen unsere Herzen öffnen.“
Wie der Gebetsabend, der seit vielen Jahren fester Bestandteil der Allianzgebetswoche ist, das Leben in der Stadt spiegelt, zeigte sich, als Irmtraut Huneke vortrug, was aus Gebetsanliegen des vergangenen Jahres geworden ist. Zum Beispiel hatte sich Dzewas mehr ehrenamtliches Engagement für die Stadt gewünscht – und es gab unter anderem die Visionäre, neuen Aktionen von Willi & Söhne und die Gründung des Vereins „Respekt“. Für Margit Hillesheim erfüllte sich der Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit für die Hospizarbeit der „Arche“.